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Kärntner Landesmeisterschaft 2026
Vom 22.02. bis zum 24.10. findet die Kärntner Landesmeisterschaft 2026 statt.
Nicht überraschend haben sich vor allem die verantwortlichen Träger auf Seiten des Österreichischen Schachbundes (ÖSB) weiter mit ihren teilweise schon feilgebotenen Konzepten und beabsichtigten Schritten am diesbezüglich erfolgreicheren Schauplatz Deutschland orientiert. Deutlich sichtbar eben bei der Referentenauswahl mit Prof. Sigrun-Heide Filipp, UNI Trier, und ihres Studienauftraggebers Walter Rädler. Rädler ist Vorsitzender der erfolgreichen deutschen Schulschach-Stiftung, die als Verein organisiert, die Schulschachpatentausbildung dort vorantreibt, sich aber auch als Veranstalter von Schulschachkongressen und Deutschen Lehrermeisterschaften mittlerweile profiliert. Unabhängig von der Stiftung hat sich aber auch in Deutschland eine neue Schachspiel-Infrastruktur mit erfolgreichen Schachtrainern (hauptberuflich) und Schachschulen entwickeln können. Das Fazit der Filipp´ Studie: Das Schachspiel zeigt positive Effekte, weil es einen positiven Transfer vom Schach auf andere Bereiche, wie etwa dem Gedächtnis, gibt. Zudem steigt bei den Kindern (Klassen 1 bis 4) Konzentration und Selbstvertrauen. Nicht unerwartet sicherte sich beim Schachunterricht das niedrigste Ausgangsniveau auch den größten Nutzen (Profit).
Die wertvollste Aussage zur „neuen“ Symbiose Schule & Schach lieferte die Wiener Politikerin Marianne Klicka, die selbst nichts mit Schach am Hut hat. „In einer Ganztagsschule ist ein großer Platz (!) für Schach.“ Das betonen und unterstreichen auch besonders GM Eva Moser (erfolgreicher Karrierestart in Schule) und Sektionschef Kurt Nekula. Diesbezüglich optimistisch äußerte sich freilich ÖSB-Präsident Prof. Kurt Jungwirth, weil er zutiefst davon überzeugt ist, dass „der Schachsport viele positive Aspekte in eine Gesellschaft bringt“. Nicht von ungefähr sind alle 181 Länder in Europa (bis auf den Vatikan) Mitglieder im Weltverband (FIDE).
Das Schachspiel ist ein hervorragendes Mittel zum Thema Integration, das am Beispiel der Praktikern und Volksschullehrerin Katharina Christian dingfest gemacht werden konnte. „Disziplin, Disziplin und laufende Belohnungen in Form von Medaillen und Pokalen. Das motiviert und spornt Kinder an.“ Traubenzucker in kleinen Dosen erneuert zudem laufend die Lernbereitschaft und anwesende Tiere (Hund) sind pädagogisch unterstützende Hilfsmittel.
Die soziologischen Aspekte des Schachspiels beleuchtete Prof. Mag. Dr. Othmar Weiß vom Institut Sportwissenschaft der UNI Wien. Das Thema Schach und Schulen ist nicht neu, bereits im Jahr 1949 wurde in Grazer Hauptschulen Schach als Freizeit-Fach angeboten. Schach wird seit dem Jahr 2003 in Österreich als Sportart offiziell anerkannt (ordentliches Mitglied der Bundessport-Organisation, BSO).
„Das Schachspiel erlaubt soziale Anerkennung. Es erleichtert die Aufnahme in eine soziale Gruppe und das bedeutet auch Integration. Die wichtigsten Funktionen des Schachspiels sind Integration, Erziehung und Aggressionsabbau. Schach fördert die Persönlichkeitsentwicklung und lehrt den Menschen „Fair Play.“ Laut ihm zählt im Schach besonders die Eigenleistung des Menschen, weil wie bei anderen Sportarten auch die Aktions- und Präsentationsleistungen zusammenfallen. „Freilich hat in der österreichischen Gesellschaft der Schisport die größte Identität.“ Weil man hier besonders erfolgreich ist. Mit einer neuen Persönlichkeit, die herausragende Leistungen vollbringt, steigt auch die allgemeine Anerkennung.
Wohin künftig der Weg gehen kann, dokumentiert auch das aufschlussreiche Projekt Schach und Kindergarten. Von den 300 Vorschulkindern waren 98 Prozent vom Schachspiel begeistert und zeigten sich entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten laut Mag. Schein durchaus platzverweilend (Rezept gegen Zappelkinder). Ähnlich erfolgreich gestaltete sich auch das von Prof. Hans Stummer ausgearbeitete Konzept mit „Schach zur Matura“. Darüber wurde schon mehrfach ausführlich berichtet.
Beim Thema Schulschach führt kein Weg vorbei an Mag. Karl Heinz Schein. Sein Vortrag war im Wesentlichen eine Zusammenfassung des zuletzt unter seiner Federführung erfolgreich umgesetzten Maßnahmenbündels mit der neuen Ausbildungsschiene für Schachlehrer/Innen in Österreich, die Evaluierung bezüglich des Aufbaus von neuen Wettkampfschauplätzen, keinesfalls missend die Akzentuierung von der Wichtigkeit von Schach in der Schule. Der Frontkämpfer schilderte auch seine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit dieser Materie und zeichnete ein vorsichtiges optimistisches Bild im Hinblick auf einen hürdenloseren Zugang für den Schachsport in den Schulen. Seine wertvollste Aussage: „Schach genießt bei den Eltern einen hohen Status“.
Den wohl beeindruckendsten Vortrag bei der Wiener Schulschach-Enquete hielt für mich Erich Schmid, Lehrer am Bundes-Blindenerziehungsinstitut. Er zeigte auf verblüffend einfache Art auf, wie man mit einer abgestuften Sehbehinderung, ja teilweise gänzlichen Erblindung dennoch relativ leicht das Schachspiel erlernen kann. Selbst, so wie in seinem Fall, von Geburt auf blind, sei es dennoch möglich mit einer 40-prozentigen Vorstellungskraft das Schachspiel im Kopf zu erfassen. Stellungszusammenhänge zu erfassen seien „wesentlich wichtiger als die Position jeder einzelnen Figur“. Zudem muss beim Unterricht auf „größtmögliche Anschaulichkeit und Einfachheit“ Wert gelegt werden, aber auch eine „Überbetonung des Verbalen“ muss vermieden werden. Ideale Gruppen sind kleine Gruppen (4,5 Schüler), die Methodik umgarnt das Einfache zum Komplizierten, das Wenige zu Mehr. Freilich muss für das Spiel auch eine eigene Blindenschachschrift erlernt werden. Aber für jeden Schachschüler ergibt sich ein Mehrwert, ein Nutzen: erhöhte Mobilität im Straßenverkehr. Man überquert einen Zebrastreifen gerade, erfasst am Schachbrett mit dem Unterschied einer Gerade zu einer Diagonalen. Nach wie vor gibt es aber nicht wegzumachende Nachteile wie keine modernen Lehrwerke oder nicht mehr blindentaugliche Schachprogramme, freilich seien „auch Kontakte nicht immer leicht für Blinde herzustellen“, so Erich Schmid, Professor am Bundes-Blindenerziehungsinstitut.
Nach Wien zur Enquete gefahren waren KSV-Präsident Friedrich Knapp, Landesspielleiter Franz Kraßnitzer, Schulschachreferent Mag. Franz Topolovec sowie Presseguru Mag. Wilfried Kuss. Alle vier waren von dieser richtungsweisenden Veranstaltung angetan, zogen danach ein klar positives Resümee und hoffen natürlich auf eine Nachhaltigkeit.