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Turbo Ragger prescht in neues Schachzeitalter Veröffentlicht am: 04.04.2011   Autor: von Alfred Eichhorn

Mit seinem für einen nationalen Denksportler einmaligen EM-Rang-6 hat sich für den Maria Saaler Großmeister Markus Ragger vorläufig ein Karrieretraum erfüllt. Der mittlerweilen 23-jährigen nationalen Nummer 1 konnten nicht einmal gefühlte 40 Spitzenspieler aus der ehemaligen Schachsupermacht Sowjetunion im rund 400-köpfigen Feld in Aix-Les-Bains in Frankreich aufhalten. Die Stationen von Markus mit Rang 3 und 5, schlussendlich zum famosen Endrang 6, haben nicht nur für nationale Maße den Anspruch auf Superlativen, auch gemessen an seiner EM-Ausgangslage mit Startnummer-73.

Markus Ragger

Markus hat sich damit für den World Cup qualifiziert und wird sich dort zum ersten Mal, meines Wissens, mit einem Spieler über mehrere Runden duellieren. Ragger’ Sprung in die Top 100, und mehr noch seine diesmal erbrachte zeitweilige Performance-Show von über 2.800-Elopunkten bis zur finalen mit 2.768, haben vor allem einen immensen Mehrwert, für ihn. GM Ragger hat sich nämlich damit jenen Respekt, mit akribischer Arbeit und enormen Fleiß erarbeitet, der nötig ist im mentalen Umfeld, um jedem Gegner auf absoluter Augenhöhe zu begegnen. Ab sofort sind auch Spieler von der 2700er- bis zur 2800er-Elohorde für ihn greifbarer geworden. Mit dieser EM-Leistung hat Ragger seiner möglichen Profikarriere das wichtigste Puzzleteilchen zugefügt. Das zählt vorläufig mehr als jedes Preisgeld. Kann vielleicht auch der Sprung zum einen oder anderen, immer rarer werdenden Einladungsturnier oder  Zweikampf (Revanche von Judit Polgar?) werden. Zumal heute eine Topkarriere kurzfristiger als je zuvor ist.

Russe Potkin bestieg Europas Schachthron

So wie Ragger, nämlich ungeschlagen, schaffte es auch Vladimir Potkin ein famoses Turnier zu spielen. Der Russe schaffte sein Meisterstück zum Europameistertitel mit einem Schwarzsieg, eine Runde vor Schluss, gegen den starken Georgier Jobava. Die  Startnummer 43 hat je 3 Siege mit Weiß und Schwarz verbuchen können. Rang-2 war auch eine Überraschung, mit dem Polen Radislaw Wojtaszek – trotz seiner famosen Elozahl von 2711.

Ihren ehemaligen Topstatus mit Superrang-8 in der Fiderangliste untermauerte die weltbeste Brettamazone aus Ungarn, Judit Polgar. Wäre sie nicht an Ragger gestolpert, hätte es für die zweifache Mutter wohl ihren ersten Prestigetitel – abseits einiger Turniersiege bislang im „Männerschach“ gegeben. Aber Judit ist definitiv back und wird den Männern einheizen – ihre diesmal gezeigte Bereitschaft zu Figurenopfern erinnerte stark an den legendären „Mischa“ Tal.

Weiterführende Links:

Turnierseite des Veranstalters

 

 

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