
Jubiläumsbuch vom Legendenklub der Austria Klagenfurt hier erhältlich:
https://austriaklagenfurtlegenden.at
Kärntner Landesmeisterschaft 2026
Vom 22.02. bis zum 24.10. findet die Kärntner Landesmeisterschaft 2026 statt.
Nach rund 40 Jahren erlebt das Kärntner Schach die Staatsmeisterschaften der Allgemeinen und Damen in Feistritz Paternion dank Helmut Löscher & Werner Hartl im Feistritzer Gemeinschaftshaus wieder hautnah. Und wer ist auf Kärntner Boden stets für Überraschungen gut? Richtig – Spieler aus dem Ländle. Und diesmal heißt der Protagonist der 33-jährige Philipp Scheffknecht (Dornbirn), der Scholls Larsen-Aufbau nach einem taktisch sehenswerten Turmopfer im 49. Zug und Folgematt in 2 Zügen aus der Hinterhand zu seinen Gunsten entscheiden kann.
Als Zusatzinfo: Die Larsen-Eröffnung wurde auch von US-Ex-WM Bobby Fischer sehr geschätzt, bei 5 Versuchen im Jahr 1970 ergatterte der schillernste WM bislang satte 4,5 Punkte damit.
Für die zweite Sensation zeichnet der 14-jährige Steirer Matthias Eder, der den zweifachen Open-Podest-Gewinner der St. Veiter Jacques Lemans Open IM Helmut Kummer aus Wien ebenso mit Schwarz (Vierbauern-Königsinder) in die Schranken weisen kann. Kummers Entscheidung im 19. Zug den a-Bauern aufzugeben und vier Züge drauf die Dame mit seinem fehlerhaften Turmzug zu attackieren, erwies sich als psychologischer Boomerang. Zwangsweise Folgeabtausche erleichtern die Aufgabe des nächsten jungen steirischen Talents, da sein a-Bauer indirekt das wechselseitige Turm/Läufer-Endspiel klar und „easy“ den Tag für sich entscheidet.
Der Rest der Partien hievte durchwegs Favoritensiege in die Auftaktrunde der diesjährigen Staatsmeisterschaften. Darunter sind der „Tiroler“ Topfavorit GM David Shengelia (1:0 über FM Titz), die weiteren Mitfavoriten, Titelverteidiger IM Peter Schreiner (Dragnev); IM Diermair (Ager) und IM Schachinger, der Olympiacoach der Damen, der seinen steirischen Landsmann Marco Stagl besiegen kann. Apropos südlich von Kärnten: Seniorenstaatsmeister IM Danner startet ebenfalls mit einem 1:0 im Nachzug über Spießberger. Gut in Österreichs wichtigstes Schachturnier gestartet sind auch das Kärntner FM-Duo Genser & Halvax über Ly & Gutmann mit einem vollen Punkt.
Und nach der „Offenen“ hat auch die Damen-ÖS eine Sensation parat: Die 16-jährige Min Wu biegt nach 57 Zügen im Wiener Derby WIM Katharina Newrkla mit dem an und für sich harmlos 6. Zug h3 nieder. Doch das zuletzt vom nun wieder lettischen Nationalspieler GM Shirov bevorzugte Weißabspiel gegen die „Naydorf-Gemeinde“ hat so seine Stichelein parat nach dem Modezug 7. Sde2 – davon können auch Fernschach-Spieler ein Liedchen trällern. Bei der Kampfpartie setzte Newrkla auf Königsangriff (Drachenmotiv TxSc3) und warf – wohl auch wegen ungleicher Läufer – 2 Bauern ins Geschäft. Am Ende eroberte die Außenseiterin einen Läufer samt erzwungenem Damenabtausch. Der verbliebene Weißläufer entschied die erste Tageshälfte, da heute zwei Partien gespielt wurden.
Ein hartes Sträußchen zu fechten hatte auch Titelverteidigerin WFM Veronika Exler, die das junge steirische „It-Girl“ Laura Hiebler erst nach 50 Zügen zur Aufgabe zwingen konnte. Damit legt die 23-jährige Schach-Burgenländerin (Wulkaprodersdorf) eine ausgezeichnete Basis für eine mögliche Titelverteidigung. Freilich weiter im Geschäft bleiben auch die Startrangliste-Zweite Barbara Teuschler und die junge Außenseiterin WMK Anna-Lena Schnegg nach jeweils 1:0 über Trippold & Mayrhuber. Über einen Auftakterfolg darf sich auch WCM Elisabeth Hapala über Jasmin Schloffer freuen - Altmeisterin IM Helene Mira aus Vorarlberg ebenso wie ihre junges Länder-Pendant Annika Fröwis.