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In Liga & Unterliga wanken Topbretter Veröffentlicht am: 15.11.2012   Autor: von Alfred Eichhorn

Die Treibjagd auf die mit Titelträgern gut bestückten Topbretter der Liga & Unterliga wird am 1. und 15. Dezember fortgesetzt.

Pavicevic-Nenad
Pavicevic Nenad

Der „Schachadvent“ frönt im Dezember ein gar fröhliches Dasein. Gleich zwei Liga- und Unterligarunden und als nachweihnachtliches Präsent das neu aus dem Boden gestampfte Wolfsberger Open samt inkludierter Kärntner Landesmeisterschaft von Pressl, Töfferl, Waldmann und Co. rücken ins Rampenlicht. Und last but not least zuvor schon das regionale Rittern im Wolfsberger Café Hecher der Kärntner Bundesliga-Mitte Teams Wolfsberg, Die Klagenfurter und Maria Saal mit ihrem zugewiesenen steirischen Gast. Aktuell gehen zwei regionale Turniere in Spittal und Dellach über die Bühne. Schachkärnten – was willst du mehr!

So weit, so gut! Nach dem quasi ersten Spieldrittel der terminlich gemeinsam platzierten Kärntner Liga und Unterliga fallen sofort „vitale“ Unregelmäßigkeiten auf. Gleichwohl von Liga und mit Abstrichen auch der Unterliga werden zumindest eine Handvoll präsentierte Sensationen und halbe Aufmerksamkeiten quasi rundenweise produziert. Platz eins in einer diesbezüglichen Rangliste nimmt Feldkirchens Dauerdribbler und nun in den Denksportprozess, da Winterpause im Fußballgeschäft, eingetauchte Nenad Pavisevic ein. Weder an Talent noch an Hingabe mangelt es dem serbischen Brettlegionär ganz vorne im Gefilde der Tiebelstädter Acht. Logisch, dass damit Sensationen vorprogrammiert sind. Exakt eine solche ließ er als nominierter „Einser“ am vergangenen Samstag im Duell mit FM Bernhard Tabernig vom Stapel. Tabernigs Schachweg ist stark gepfastert mit Einsätzen in allen nationalen Bundesligaetagen. Der Osttiroler zählt mit zum stärksten Schachinventar was diese Region jemals an Denksportlern produziert hat. Allerdings hielten sich die Osttiroler (VB Lienz) mit ihrem 5,5:2,5-Sieg schadlos beim Vorletzten der Liga. 

Das neue Stargesicht der Liga ist zierlich und hat „endlich“ den Weg zurück ins Kärntner Schach gefunden. Die Rede ist von IM Eva Moser. Aktuell ist sie 30 Jahre jung und auch die Nr. 30 der Damen-Europarangliste. Allerdings wartet SV Wolfsberg noch auf ihren ersten Sieg am Spitzenbrett. Falls es nicht schon beim nächsten Mal im Superduell gegen Feffernitz (Neo-Star IM Schreiner ?) damit klappen sollte, dann wohl im knapp darauf folgenden Disput mit St. Veit. Ihr Kampfnachweis bislang: Verlust gegen Klagenfurt(ers)-Urgestein IM Petschar; „X“ mit dem ins steirische Schachtrikot geschlüpften FM Georg Halvax.

Wachablöse an Ligaspitze

Mal ehrlich – wer hatte den Absturz des zuletzt mehrfach diktierenden Meisters SC Die Klagenfurter so auf der Rechnung? Drei Verluste, aktuell die folgenschwere 2:6-Klatsche gegen die neu von ihrem Architekten Herrn Helmut Löscher gebastelte „Superacht“ aus Feffernitz. Nur der starke „Oldie“ FM Heimo Titz konnte dagegen halten, meistert Christof Tschohl. Der Rest war einfach für den Titelverteidiger zum Vergessen. Bei optimistischer Ausgangslage jedoch und wohlgefälligem Verlauf in den Bundesliga-Etagen ist Klagenfurt(ers) Auffangbecken für ihre Bundesliga-Mitte-Existenz aber noch immer präsent. Einzig seriöser Rivale um das Ligaticket dorthin wäre wohl Wolfsberg, dass das verlegte Auftaktspielchen allerdings mit 4;5:3,5 für sich entschieden hat. Für diese theoretischen Planspiele ist freilich noch Zeit und es fehlen die Avancen – nicht die Taten – darum der Admiraner. Diese Zeit hat der Mehrfachmeister „Die Klagenfurter“ allerdings nicht mehr. Jetzt müssen Streiche in Form von hohen Kantersiegen gegen wohl die gesamte Konkurrenz folgen. Die Stangl-Truppe – als Erinnerung – ist auch schon mit zwei Verlusten Meister geworden!! Warum nicht mal mit drei – also auf ihr mit Titeln dekorierte Spielacht ... 

Tabellensituation beider Klassen

In der Unterliga sind erwartungsgemäß die beiden Favoriten PSV/Post Klagenfurt und HSV Spittal am Platz der Sonne – sprich beiden Aufstiegsrängen – zu finden. Beide Meisterrivalen trennt ein halbes Pünktchen. Vor den Klagenfurtern (!), die einen Rückstand von 3,5 Zählern haben. Schlusslichter sind Slowenischer SV (7) und Treffen mit neun Zählern.

Feffernitz gibt in der Liga den Ton an, hantelt sich mit Hilfe der drei schrecklichen Steirer Schreiner, Diermair und Mitter von Kantersieg zu Kantersieg. Letzte furiose Tat war das 6:2-Ereignis über den amtierenden Meister aus der Lindwurmstadt. Und weil man sich sonst nichts gönnt, darf auch mal Alfred Hofer, der Feistritz Paternion Obmann, am Lauf seines erfolgreichen Nachbarn Löscher, als vorläufig grandioser Zweiter mit ebenfalls einem halben Pünktchen Rückstand, mitpartizipieren. Beide konnten die – leider – wohl zum Abstieg verdammten Schachfreunde Villach mit 7,5:0,5 abfertigen.

Mehr Spielraum für ein etwaiges Kopf-an-Kopf-Rennen um Rang eins lässt allerdings die Aufstellung der Paternioner in ihren hinteren Zonen nicht zu – auch hier ein fettes leider! Sei’s drum, mit ihm Spiel bleibt allerdings Admira Villach um den (un)beliebten Aufstiegsplatz in die Mitte. „Es bedarf viel Geschicks und taktischen Kalküls um Liga und Unterliga auf einem Termin konkurenzfähig zu besetzen“, meint ihr Vizesektionsleiter Reßmann. Wie wahr und gut das es Kärntner Vereine gibt, die damit umgehen können. Für ihn ist der Aufstieg kein seriöses Thema, obwohl das schlagkräftige FM-Paket mit Reichmann, Frank, Riemelmoser, Perhinig und als schlagkräftige Anhängsel Leitner, Frank, Revelant und Co. vielleicht anders darüber denkt. Das wäre wiedrum wohl zum Nachteil für die Klagenfurt(er). 

Schachmattliche Grüße – präzisere Details folgen dann, wenn mein Bildschirm wieder mehr Konturen aufnimmt. Sprich die Grafikkarte sich den Verlockungen des neuen Betriebssystems entzieht.

Übrigens unser GM Markus Ragger hat sich auch an diesem Bundesligawochenende beim deutschen Nachbarn mit einem starken Weißsieg und einem Verlust mit Schwarz gut aus der Affäre gezogen. Und der Maria Saaler u. Leibnitz-Ligist (Remis gegen Diermair !) bleibt als aktueller 96. elitäres Mitglied im 100er Klub der Fideweltrangliste. Gratulation speziell dafür.  

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