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Für Stirn zählte nur der Titel – er gewinnt Schnell-LM Veröffentlicht am: 03.05.2010   Autor: von Alfred Eichhorn

Keiner der 29 anderen Spieler konnte den in Oberösterreich geborenen Martin Stirn bei Kärntens Schnellschach-LM im Volkshaus Völkendorf so richtig stoppen! Mit einem nie gefährdeten Schlusssieg gegen seinen Titelrivalen Michael Hanser zog sich der 36-jährige FH-Magister doch souverän (6Siege/1 Verlust gegen Raschun) zu seinem ersten Landesmeistertitel.

Martin Stirn
Martin Stirn

Er wurde in Attnang Puchheim in Oberösterreich geboren und hat zudem carinthische Wurzeln nach Ruden mit seinen Großeltern. Mit Silber belohnte sich das junge Talent Robert Rieger aus Lienz, der in seinem vorletzten Spiel Schnelldenker Manfred Kornprat glatt das Nachsehen geben und am Ende auch noch Gerhard Raschun bezwingen konnte.

Oldies zeigten groß auf

Im sonstigen Fokus standen aber zwei Oldie, ein „gestandener“ mit 74 Jahren und mit Magistraturgestein Leo Puff einer, der sich an diesen Lebensabschnitt wohl erst intensiver gewöhnen muss. Sein Geheimnis? Im Stile des begeisterten Volkstänzers schwingt der knapp 63-Jährige seine Figuren zumeist harmonievoll übers Brett, aber oft zum Leidwesen seiner Gegner nur zur eigenen Unterhaltung. Für ihn gab’s den Bronzepokal, poliert mit einem Euroschein, wegen der besseren Zweitwertung vor Michael Hanser, der mit seinem verlorenen Schlussspiel gegen Sieger Stirn auch noch aus den sicheren Top-3 herausfiel. Kein großes Drama für ihn, da er sich ja schon „seinen“ Titel – vor knapp 20 Jahren – holen konnte. Der 50-jährige Caissa-Fetischist (Fachzeitschrift für giftige Eröffnungssysteme) hat halt null Zeit im Moment für Schach, ist beruflich unter Dauerspannung. Er plant und leitet die Aufstellung von Handymasten. Seine neue Rufnummer fängt mit 0650 ab sofort an und wichtiger: er hat in der Bezirksliga acht Zähler aus neun Partien erobert!

Die Ränge 5 und 6 gingen an zwei weitere solide Brettgestalter: Magistrat-Boss Gerhard Raschun und Mr. Liga 2010 für Feffernitz, Günther Oberberger.

Zurück zur Zahl 74: Damit verbunden sind zwei geniale Damenopfer, die einmal einen Sieg über Karl Lang (!) brachten und einmal eine finale Punkteteilung. Dieser Expolizist zieht atemberaubend schnell und hat zudem dem legendären tschechischen GM Salo Flohr einst im Simultanspiel ein Remis aufzwingen können. Darüber wurde sogar später (circa 5 Jahre danach in Wien) Exweltmeister Boris Spasski, der 10. WM der historischen Zeitrechnung, von Flohr informiert, was dem unverwüstlichen Kämpfer (?) ein anerkennendes Nicken nachträglich von der russischen Koryphäe einbrachte.

Es gibt noch viele Anekdoten von und über ihn und er sich nicht zuletzt wegen seiner Leistung am Finaltag beim perfekten Gastgeberverein Admira Villach mit Sektionsleiterstellvertreter Wilfried Ressmann in die Kategorie „Superoldie“ gespielt: Josef Graber!!

Kaderspieler triumphieren auch bei Jugend-LM

In den 6-Alterskategorien U8 bis U18 zelebrierten Kärntens 41 Elitejugendliche ihre Klasse in der Disziplin Schnellschach.

An Simone Steiner geht der U8-Titel; ähnlich gestrickt ist auch das Familienmuster beim U8-Burschengesicht und -Gewinner Noah Tscharnuter. Beide Schachfamilien sind überdurchschnittlich mit ihren Spielern repräsentiert. Paul Kogler und Katja Zeber marschieren durch: Nach ihren U8-Titeln mit der klassischen Bedenkzeit gibt’s jetzt als Draufgabe U10-Pokale – vor Markus Eberhart & Mathias Eberhart sowie Joanna Lippitsch.

Die U12-Geschichte wurde ein Fall für Gregor Zöhrer, der Lukas Eberhart und Leon Höffernig auf die Ränge verweisen konnte. In der U12-Mädchen boxte sich Cindy Lippitsch überraschend zum Erfolg vor Alexandra Tscharnuter.

Eine schöne U14-Story verfasste Luca Tarmastin mit seinem doch überraschenden Sieg vor seinem großen Rivalen Wolfgang Guetz und Sandro Lippitsch. Bei den Amazonen-U14 diktierten Sarah Zöhrer und ihre erste Verfolgerin Milena Sommer zumeist das Geschehen. Rang drei belegte als Überraschung Sarah Roth!

Ein glücklicher Marco Ravnjak holte sich sein U16-Gold ab, dahinter setzten mit Philipp Kulterer & Franco Nieddu zwei Spieler für den Verein SK Volksbank Feldkirchen unwiderstehliche Akzente. In der U16-„Görenrubrik“ baute Laura Tarmastin ihre umfangreiche Titelsammlung glücklich aus, zumal ihr ruhiger „Zwilling“ Hannah Sommer in Erst-, Zweitwertung gleichauf war. Stelle-3 war für Lucia Steiner reserviert.

Das U18-Spektakel ging knapp an Magnus Zanon, ein talentierter Brettallrounder vom Schachverein Leisach, vor seinem punktegleichen Gegner Ferdinand Ulbing, der dem Gallob-Verein-Askö Finkenstein damit alle Ehre machte. Bronze blieb für Samuel Grasser.

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