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Famoser Bundesliga-Einstieg der Kärntner Veröffentlicht am: 08.11.2012   Autor: von Alfred Eichhorn

Kärntens Bundesliga-Sechsen haben in der 2. Mitte stark vorgelegt, in der obersten Etage im Löwensaal von Hohenems vergangenen Freitag bis inklusive Sonntag – quasi als die drei „Feldmusketiere“ St. Veit, Maria Saal und Feffernitz – noch eins „bärenstark“ draufgelegt.

Die perfekte Überraschung lieferten die Herzogstädter, die Asvö Signum Sechs hat den Abgang von GM Ribli mehr als kompensiert. Zumal sein kroatischer Ersatz mit Davorin Kuljasevic seine perfekte Premiere mit satten 2,5 Zählern auf ein neues, vielversprechendes Level hievte. Diese gut dotierte Startaktie stieß „natürlich“ auf Empfehlung seines Landsmanns GM Davor Rogic in die Startsechs. Rogic selbst schaffte zwei „x“ und einen Sieg. Und zog auf dem Weg zu einem möglichen zweiten Erfolg geschickt – zum Wohle der Sechs und des abzusichernden Erfolgs – die eigene Handbremse. Seine Spielübersicht auf den anderen Brettern ist einzigartig, um nicht zu sagen schon ein gewisses „Extraplus“. 

Das meint allerdings nicht nur der diesmal mit ins Ländle gereiste Co-Coach Heinzi Brescak. Aber sei’s drum, zwei Österreicher im Team der St. Veiter lieferten mit 2/2 einen tollen Auftakt. Die regionale Schachlegende IM Franz Hölzl aus der Spielmetropole Velden lässt einmal mehr im wahrsten Sinn des folgendes Wortes seine Klasse „aufblitzen“. Kredenzte ganz nach dem Geschmack seiner vielen Fans und Kollegen eine stark gewürzte Partie auf sehenswertem Level in die kargen Feldzonen seiner gegnerischen IM’s Volkmann & Pötz. 

Das selbe Maximum, wenngleich eine Spur glücklicher, arretierte FM Thomas Hebesberger aus seinen zwei Einsätzen. Mit ihm muss man einfach immer rechnen, vor allem wenn man sich zwischen 2000 und 2250 Elo bewegt. Dieses Betätigungsraster ist auf den Niederösterreicher, der in Oberrösterreich lebt und mittlerweile stolzer Vater von zwei Kindern ist, wohl auf den Leib geschneidert. 

Die zwei 4:2-Hiebe für die zuletzt geadelte Konkurrenz Husek Wien und gegen eine solide Fürstenfelder-Crew sind definitiv mehr als herzeigbar. Freilich war die Brechstange etwas mit im Spiel beim beschwerlicheren 3,5:2,5-Auftaktsieg über den leicht favorisierten Gegner Wulkaprodersdorf. Da durfte auch – verdientermaßen – einmal der Architekt des jahrzehntelangen St. Veiter Bundesliga-Engagements Friedrich Knapp nach diesem perfekten Aufgalopp via Übertragungs-Smiley strahlen: Sinngemäß wiedergegeben in „so schwer bepackt haben wir noch nie die Rückreise angetreten“. Kein Wunder auch, ist diese vorzügliche Tat doch gleichzusetzen mit der Frühbuchung eines nächsten Saisontickets.

Ein zweiter Senior, nämlich Helmut Löscher, darf sich an einem weiteren starken Auftakt erfreuen. Drei Zähler und vorzügliche 11,5 Zweitwertungspunkte stellten diesen Beginn für den Raika Rapid Feffernitz Kader mit Sicherheit in eine optimistische Auslage hinsichtlich des von allen drei Kärntnern angestrebten Klassenerhalts. Und eine 6:0-Brille ragt einfach heraus, zumal Aufsteiger Ansfelden ein direkter Rivale im Hinblick auf eine neue Saison ist. 

Denn mit der fetten Zweitwertung sollten die starken Steirer Peter Schreiner und Andreas Diermair und der begeisternde slowenische Neuzugang Jure Skoberne (2,5 Pkte.) mit viel Begeisterung zu den zwei Folgeterminen ab Mitte Jänner im Novapark Hotel Graz und Mitte März im Blumenhotel St. Veit anreisen können. „Diese drei Punkte waren zwar das Ziel, aber summa summarum trauern wir halt drei weiteren nach“, meinte Obmann Löscher. Vor allem da Andreas Diermair eine Figur „stehen“ lässt und von seinem Landsmann Mario Schachinger in Folge – nach fünf weiteren „X“ als Einziger überwunden wurde. Ein ähnliches Missgeschick passierte auch im Duell Hohenems, am Ende gab’s da „bloß“ das 3:3. Sei’s drum, dieser Auftakt war edel und man hat einfach als Schachkärntner Lust auf mehr...

... Der frisch mit zwei Staatsmeistertiteln im Blitz- und Schnellschach dekorierte Topmann und vorläufig noch Top-100-Spieler der Weltrangliste, GM  Markus Ragger, führte das junge „Domsextett“ zum 3,5-Derbysieg, einem 5:1-Anschlag gegen Absam und einem 1,5:4,5-Verlust mit Meisterschaftsfavorit Jenbach. „Leider“ konnte der russische Top-GM Volokitin sich bei Markus für einen zuletzt bezogenen Verlust revanchieren. Schadlos hielt sich Markus einmal mehr an GM Luther, dazu kam für ihn ein rasches Remis gegen Freund Lenic. „Bis auf das bessere Jenbach lief es mit den vier idealen Punkten wie am Schnürchen“, meinte MPÖ Maria Saal-Obmann Herbert Halvax. Interner Topscorer wird der Deutsche GM Rainer Buhmann mit zwei Zählern, 1,5 Punkte arretieren Ragger, ein frisch von der Leber agierender FM Daniel Hartl sowie FM Mario Schachinger schaffen ebenso 1,5 Zähler. Allerdings mit zwei Nominierungen.  Beachtung findet auch der Weißsieg von FM Georg Halvax über FM Alexander Schmidlechner. Der Einsatz von Talent Luca Kessler im Hohenemser-Team fiel auf. Vielleicht sollte man den verbindlichen Einsatz eines jungen österreichischen Talents künftig in jedem 1. Bundesligateam – ganz nach dem Vorbild einiger diesbezüglicher agierender Mannschaften in Erwägung ziehen. Aber das ist bloß ein ®einfall.  

1. Bundesliga, 3 Runden: 1. Baden 6 (13,5), 2. St. Veit 6 (11,5), 3. Jenbach 6 (11,5), 4. Maria Saal 4, 5. Feffernitz 3 (11,5), 6. Absam 3 (7,5), 7. Zwettl, 8. Ansfelden je 2, 9. Hohenems, 10. Wulkaprodersdorf, 11. Husek Wien, 12. Fürstenfeld je 1.

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