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Ein Hoch auf die beiden Könige Ragger & Moser Veröffentlicht am: 02.08.2010   Autor: von Alfred Eichhorn

Die erfolgreiche Titelverteidigung von Markus Ragger bei der gestern beendeten nationalen Staatsmeisterschaft in Wien war eine Demonstration seiner „Unantastbarkeit“ in Österreich. Dem 22-jährigen Maria Saaler Ausnahmekönner genügte ein Remis gegen Schroll, um seinen dritten Streich en suite formal zu konkretisieren. Aber auch das passierte sehr vorbildhaft und regelkonform erst nach 30 gespielten Zügen. Damit ist einer „Raggermania“ bei uns wohl nichts mehr im Wege, zumal sich dieser junge Mann so wohltuend von einigen Akteuren (international, national) unterscheidet. Er ist ein heimischer Brettstar zum Anfassen, vor allem für die Jugend, aber auch für alle anderen Schachspieler, unabhängig von ihrer Spielstärke.

GM Markus Ragger
GM Markus Ragger verteidigt seinen Titel erfolgreich

Der ÖSB und mehr noch der KSV kann stolz auf ihn sein, denn er steht auch als Trainer – zum Unterschied von vielen anderen Spielern auf diesem hohen Level – für den starken heimischen Nachwuchs nach wie vor zur Verfügung. Vielleicht gelingt es mit ihm sogar verstärkt die Jugend zum Schachsport heranzuführen, man denke nur an den überfälligen Zugang in die Schulen (Ganztagsschulen). Darum muss in jeder der wenigen Schulen, die bislang schon Schachstunden angeboten hat, vehement um deren Fortsetzung gekämpft werden. Grüße an den Hauptschuldirektor in Klein St. Paul und natürlich an den ausführenden Lehrer und C-Trainer Friedrich Grabner.

Aber zurück zur nationalen Meisterschaft. Als erster, nach Markus, etablierte sich auch David Shengelia als weiterer Topmann, mit ihm im Nationalteam wird wohl schon demnächst ein Vorstoß in der Nationenwertung um einige Ränge möglich sein. Der 30-jährige Sportlehrer, mit georgischen Wurzeln, ist fast auf einem ähnlichen, internationalen Niveau wie Markus angesiedelt. Kompliment aber auch dem Dritten, Alexander Fauland, die neue steirische Eiche?

Sein starkes Comeback war erfreulich, hat sich aber schon in Oberwart, nach seinem starken Beginn, abgezeichnet. Aber auch Schroll schraubte seinen Status wieder auf ein hohes Niveau, freilich war sein Endrang vier vielleicht die größte Überraschung im Haus der amikalen Begegnung. Beeindruckt hat nebenbei mit einer soliden Leistung auch Lehner. Die Bilanz aus Kärntner Sicht ist etwas durchwachsen. Herwig Pilaj haderte mit seiner Form, der Klagenfurter kann’s definitiv viel besser als sein Endrang-55. Martin Neubauer selbst wird mit Rang-12 nicht ganz zufrieden sein. Wohl hingegen Franz Hölzl, der Veldener ließ phasenweise sein Talent aufblitzen, darf mit Position-15 durchaus sehr zufrieden sein. Zumal er sein regionales Schlussspielchen mit Georg Halvax, dem 55., auch noch für sich entscheiden konnte. Daniel Hartl, zuletzt starker Zweiter in St. Veit, wurde leider nur  66, Heimo Titz landete auf Platz-88 unter insgesamt 112 Teilnehmern im Allgemeinen Turnier. Tja, und mit Andreas Diermair hat sich zur Freude von Feffernitz Obmann Helmut Löscher, für dessen Bundesliga, ein verpflichteter Neuzugang, bärenstark mit Rang sieben in Szene gesetzt.

Eva Moser hat heimische Brettgeschichte verfasst

Herzliche Gratulation aber auch an Eva Moser zu ihrem ersten Gewinn der Damenstaatsmeisterschaft. Die mittlerweile 28-jährige Spittalerin maximierte damit ihre nationale Titelsammlung auf historische 100 Prozent. Etwas, dass bislang nur wenigen Frauen weltweit gelungen ist, nach ihrem Titel im Jahr 2006 in der Allgemeinen Klasse. Evas Streich hält Einzug in die  Chroniken des ÖSB und wird wohl lange einzigartig bleiben. Und wurde auch weltweit noch nicht oft erreicht. Cramling aus Schweden fällt mir da eventuell ein, aber sonst? Allein im Hinblick auf die drohende Regentschaft Raggers, der vielleicht sogar die zehn tollen Titelstreiche von Nikolaus Stanec noch übertreffen kann.

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